Biostation Düren: Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Stabilisierung wertgebender Arten in der Zülpicher Börde

Zahlreiche Vögel und andere Arten der Agrarlandschaft in Nordrhein-Westfalen (NRW), wie Feldhamster und Knoblauchkröte sind hochgradig gefährdet. Zudem weisen die standortangepassten Pflanzen und die einheimischen Wirbellosen einen deutlichen Rückgang sowohl hinsichtlich der Artenzahlen als auch der Biomasse auf.

Rebhuhn-Kette beobachtet bei der Winterkartierung im Oktober 2017.
Rebhuhn-Kette beobachtet bei der Winterkartierung im Oktober 2017.

Aufgrund der Situation dieser Arten haben die Landwirtschaftskammer NRW und die Biostation Düren ein Projekt bei der Deutschen Stiftung Umwelt (DBU) beantragt. Das Projekt „Stabilisierung wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“ startete im August 2016 und läuft bis Ende 2020. Mindestens 130 landwirtschaftliche Betriebe im Projektzeitraum sollen beraten werden. Die Projektergebnisse können dann auf andere Agrarlandschaften in NRW und in Deutschland übertragen werden. Das Projektgebiet umfasst ca. 36.000 ha und liegt in den Kreisen Düren, Euskirchen und Rhein-Erft. Daher sind die jeweiligen Biostationen auch in das Projekt involviert.
Ziel ist es mehr Akzeptanz für Maßnahmen der Agrarumweltförderung (AUM) und des Vertragsnaturschutzes (VNS) in der Ackerbauregion zu erlangen. Hierfür ist im Rahmen des Projektes bei der Kammer ein Berater eingestellt worden um diese Maßnahmen bei den Landwirten zu bewerben und hierdurch mehr Strukturen in die Zülpicher Börde zu bringen. Zu solchen Maßnahmen zählen unter anderem Ernteverzicht, Blühstreifen und Mehrjährige Einsaaten. Für die AUM und VNS-Maßnahmen erhalten Landwirte, je nach Umfang, Prämien. Solche Strukturen bieten den Tieren Nahrung in Sommer und Winter, sowie Deckungs- und auch Brutmöglichkeiten. Der Berater steht dabei in engem Austausch mit den Biostationen.

Die Grauammer gehört zu den seltesten Vögel in der Zülpicher Börde.
Die Grauammer gehört zu den seltesten Vögel in der Zülpicher Börde.

Projektbegleitend führt die Biostation Düren sowohl ein Sommer- als auch ein Winter-Monitoring durch. Im Sommer werden auf acht 100 ha großen Flächen die Brutvögel kartiert. Im Winter werden die Rast- und Wintervögel auf einer 2.000 ha großen Fläche aufgenommen. Im Lauf des Projektes wird dokumentiert welche AUM und VNS-Maßnahmen dazu gekommen sind, und welchen Einfluss sie auf die dort vorkommenden Tiere haben.
Der Kammerberater erhält von der Biostation die Information welche Arten auf den bewirtschafteten Flächen der beratenden Landwirte vorkommen und kann so bei Landwirten gezielt Maßnahmen zum Erhalt, der auf den Flächen vorkommenden Tiere, einwerben.

Für Fragen zum Projekt steht Ihnen Heidrun Düssel-Siebert gerne zur Verfügung.
Mail: heidrun.duessel-siebert(at)biostation-dueren.de
Tel.: 02427 94987 21