Biostation Düren: Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Biber als Landschaftsgestalter

Fachpublikationen der Biologischen Station zum Biber

Dalbeck, L. (2016): Die Rolle des Bibers bei der Gewässerentwicklung.- Lebendige Gewässer – Sohle, Ufer, Aue – NUA Seminarbericht 13: 37-42.
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Koschorreck, M., Herzsprung, P., Brands, E., Kirch, P. M., & L. Dalbeck (2016): Minor effect of beaver dams on stream dissolved organic carbon in the catchment of a German drinking water reservoir.- Limnologica-Ecology and Management of Inland Waters 61: 36-43.(DOI: 10.1016/j.limno.2016.09.005)
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Dalbeck, L., Janssen, J. & S.L. Völsgen (2014): Beavers (Castor fiber) increase habitat availability, heterogeneity and connectivity for common frogs (Rana temporaria).- Amphibia-Reptilia 35: 321-329.(DOI: 10.1163/15685381-00002956)
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Schloemer, S. & L. Dalbeck (2014): Der Einfluss des Bibers (Castor fiber) auf Mittelgebirgsbäche in der Nordeifel (NRW) am Beispiel der Libellenfauna (Odonata).- In: Nitsche, K.A.: Ergebnisse der Nationalen Bibertagung in Dessau, Mai 2014 · Tagungsband: 25-29. (DOI: 10.13140/2.1.2388.6721)
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Dalbeck, L.(2012): Die Rückkehr der Biber – eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes.- Zeitschrift des Kölner Zoos · Heft 4/2012: 167-180.
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Dalbeck, L.(2011): Biberlichtungen als Lebensraum für Heuschrecken in Wäldern der Eifel.- Articulata 26: 97-108.
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Dalbeck, L. & K. Weinberg (2009): Artificial ponds: a substitute for natural Beaver ponds in a Central European Highland (Eifel, Germany)?- Hydrobiologia 630: 49-62.
(DOI: 10.1007/s10750-009-9779-8)
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Dalbeck, L. & K. Weinberg (2009): Kurzfristige Auswirkungen eines Hochwassers auf Amphibiengemeinschaften in Biberteichen eines Mittelgebirgstales.- Zeitschrift für Feldherpetologie 16: 103-114.
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Dalbeck, L., Fink, D. & M. Landvogt (2008): 25 Jahre Biber in der Eifel – Das Comeback eines Verfolgten.- Natur in NRW 03/08: 30-34.
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Dalbeck, L., Lüscher, B. & D. Ohlhoff (2007): Beaver ponds as habitat of amphibian communities in a central European highland.- Amphibia-Reptilia 28: 493-501.
(DOI: 10.1163/156853807782152561)
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Zur Unterscheidung von Europäischem und Kanadischem Biber anhand von Schädelmerkmalen hat die Biologische Station ein Dokument zusammengestellt, dass Sie hier als pdf-Datei herunterladen können

Biber und Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Thesenpapier zum Thema “ Biber und WRRL

Biologische Station im Kreis Düren e.V. (2011): Biber und Wasserrahmenrichtlinie – Hinweise zum Umgang mit einer sich ausbreitenden Schlüsselart für die WRRL.

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Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen zu verschiedenen Themen

finden Sie in unserer Rubrik Fachpublikationen.

Biber fördern Artenvielfalt – auch jenseits der Wasserlinie

Biberwiese in der Eifel
Biberwiese: wertvoller Lebensraum im Wald

Biber verändern die Landschaft nach ihren Bedürfnissen – Dämme und die daraus resultierenden Stauteiche, Burgen und die durch Baumfällungen entstehenden Lichtungen sind die Folge.
Besonders in den großflächigen Wäldern der Eifel schaffen sie so neue Lebensräume für viele Arten.

Neue Ergebnisse einer Studie der Biologischen Station im Kreis Düren zeigen, dass nicht nur wassergebundene Tierarten wie Amphibien vom Biber profitieren, sondern auch Tiergruppen, die gar nichts mit Gewässern zu tun haben, nämlich Heuschrecken.

Dank Biber: Offenlandheuschrecken im Wald

Sumpfschrecke - Besonderheit der Biberwiesen der Eifel
Sumpfschrecke: Eine Seltenheit der Biberlichtungen

Da die meisten Heuschrecken sehr wärmebedürftig sind, bevorzugt die Mehrzahl in Mitteleuropa offene bis halboffene Lebensräume; wirkliche Waldheuschrecken sind selten. Allerdings sind die Lebensraumansprüche von Art zu Art im Detail sehr unterschiedlich, was oft besonders mit den Eiern zusammenhängt. Bei vielen Arten brauchen die Eier mehrere Jahre bis sie schlupfreif sind – da ist es schon sehr bedeutend, dass sie in einem hinsichtlich Wärme und Feuchtigkeit passenden Umfeld liegen.

Die nun vorliegende Studie der Biologischen Station zeigt, dass erstaunlich viele, z.T. seltene, Heuschreckenarten die Biberlichtungen besiedeln – das Artenspektrum reicht von äußerst feuchtigkeitsbedürftigen (z.B. Sumpfschrecke) bis hin zu sehr trockenheits- und wärmeliebenden Arten (z.B. Blauflügelige Ödlandschrecke). Die Biberlichtungen unterscheiden sich auch deutlich von anderen Offenlandlebensräumen im Wald, wie Schlagfluren oder kleinen Talwiesen.

Damit zeigt sich, dass Biberlichtungen auch von Charakterarten der extensiv genutzten Kulturlandschaft besiedelt werden; Biberwiesen sind also ein Primärlebensraum dieser Offenlandarten in Mitteleuropa.

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Diplomarbeit zeigt: Biberteiche fördern die Artenvielfalt

Feldforschung der Biologischen Station am Biberteich
Bei der Arbeit: Kathrin Weinberg und Lutz Dalbeck

Der Biber gestaltet wie keine zweite Tierart seinen Lebensraum nach eigenen Bedürfnissen und hat das bis zu seiner Ausrottung im 18. Jahrhundert in der Eifel über Jahrhunderttausende getan. Schon vor ca. 600.000 Jahren lebten nachweislich Biber in der Eifel und damit lange vor dem modernen Menschen. Etwa 200 Jahre lang war der fleißige Baumeister aus fast ganz Europa verschwunden und damit das Wissen um die Auswirkungen der Landschaftsveränderungen durch Biber auf Tiere und Pflanzen.

Der Biberteich: neues altes Landschaftselement

Durch stabile Dämme stauen Biber kleine Bäche zu Teichen an
Landschaftselement Biberdamm

Inzwischen gibt es wieder Biber in vielen Regionen Deutschlands und damit Biberteiche, Burgen und Biberwiesen – einige der beeindruckendsten in der Nordeifel im Kreis Düren. Grund genug für die Biologische Station im Kreis Düren sich in einem Kooperationsprojekt mit Schweizer Fachleuten der wissenschaftlichen Untersuchung dieser für uns neuen, in Wahrheit aber uralten Landschaftselemente am Beispiel der Auswirkungen auf Amphibien näher zu widmen. Erstaunlicherweise wird dieses Thema zwar in Nordamerika derzeit intensiv untersucht, findet jedoch in Europa bisher kaum Beachtung.

Molche in Massen

Bergmolche aus einem Biberteich
Bergmolche: Profiteure der Biber

Nachdem die Ergebnisse einer ersten Studie inzwischen veröffentlicht sind, liegen nun die Ergebnisse der zweiten Untersuchung zum Thema „Biber und Amphibien“ vor: Im Rahmen ihrer Diplomarbeit hat Kathrin Weinberg die Vorkommen von Berg- und Fadenmolchen in Biberteichen untersucht. Das Ergebnis: Beide Arten profitieren ungemein von den Biberaktivitäten: In den 22 untersuchten, im Durchschnitt etwa 600m² großen Biberteichen konnten insgesamt 3.118 Berg- und 7.899 Fadenmolche gefangen werden.

Fazit

Die daraus ermittelte Größe der Vorkommen beläuft sich auf insgesamt fast 6.000 Bergmolche bzw. mehr als 17.700 Fadenmolche. Ohne die Biber gäbe es dort allenfalls wenige Dutzend Tiere. Dies ist nicht nur gut für die bedrohte heimische Amphibienwelt, sondern hat auch tief greifende positive Effekte auf so anspruchsvolle Tierarten wie Iltis, Schwarzstorch und Ringelnatter.

Weitere Informationen

Titelseite der Biberbroschüre

Wer mehr über die Biber in der Eifel wissen will, kann gegen Zusendung eines A5 – formatigen mit 1,45 € frankierten und adressierten Umschlag die Broschüre “Mit den Biber leben” (8. Auflage 2015, 24 S.) beziehen:

Biologische Station im Kreis Düren
Zerkaller Str. 5
52385 Nideggen