Feldvogelschutz - dringend notwendig!

Viele Feldvogelarten stehen in der heutigen Zeit unter Druck und manche Arten – wie die Grauammer – sind in den letzten Jahrzehnten eine Seltenheit geworden. Die abnehmende Nahrungsverfügbarkeit, insbesondere von Insekten, gilt als einer der wesentlichen Faktoren für den Rückgang der Vogelarten der Agrarlandschaften. Seit 2017 führen wir in der Zülpicher Börde jährlich standardisierte Untersuchungen an Feldvögeln und Insekten durch. Diese Untersuchungen wurden im Rahmen eines durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes gestartet und werden aktuell seit 2020 fortgeführt und finanziert von der Stöckmann-Stiftung zur Förderung von Umwelt- und Naturschutz.

Auf zehn 100 ha großen Stichprobenflächen erfassen wir jährlich über drei Begehungen in den Monaten April, Mai und Juni in den frühen Morgenstunden alle vorhandenen Brutvögel. Dabei werden die Stichprobenflächen bei windarmem und niederschlagsfreiem Wetter auf den vorhandenen Wirtschaftswegen abgelaufen. Alle revieranzeigenden – d.h. singenden – Vögel werden auf Karten verortet und anschließend digitalisiert. In der Balzzeit des Rebhuhns, im Monat März, wird auf den gleichen Stichprobenflächen in den frühen Abendstunden zusätzlich eine Rebhuhn-Erfassung durchgeführt. Hierbei spielt man den Balzruf des Rebhahns – eine sogenannte „Klangattrappe“ – ab und wartet auf zurückrufende Rebhähne. Diese rufende Rebhähne werden auf Karten verortet und anschließend digitalisiert. Der große Vorteil von solchen langjährigen Untersuchungen nach gleicher Methode ist, dass man Entwicklungstrends der Brutvogelpopulationen ermitteln kann und die Effekte von biodiversitätsfördernden Maßnahmen – wie Vertragsnaturschutz – messbar feststellen kann.