Vertragsnaturschutz

Die Landwirtschaft prägt seit Jahrhunderten den Kreis Düren. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten leben auf und von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Ein grundlegendes Förderinstrument, der Vertragsnaturschutz, hilft dabei, wertvolle Offenland-Lebensräume zu erhalten oder zu verbessern. Zur Umsetzung des Vertragsnaturschutzes hat der Kreis Düren ein Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) verabschiedet. 

Das KULAP des Kreises Düren leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt diverser Biotope, indem es die extensive (naturschonende) landwirtschaftliche Nutzung fördert. Unverzichtbare Partner bei der Umsetzung sind die Landwirtinnen und Landwirte der Region. Mit ihnen werden auf freiwilliger Basis naturschutzgerechte Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen. Für die darin festgelegte Nutzung oder Pflege wie z.B. eine späte Mahd oder einen Ernteverzicht erhalten die landwirtschaftlichen Betriebe einen finanziellen Ausgleich. Die Verträge werden zwischen dem Kreis Düren und der Landwirtin oder dem Landwirt abgeschlossen.

Die Mitarbeitenden der Biologischen Station beraten und betreuen die Landwirtinnen und Landwirte sowohl bei der Antragstellung, als auch während der gesamten Vertragslaufzeit.

Derzeit werden im Kreis Düren bereits über 1.600 ha Vertragsfläche von 193 Landwirten im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes bewirtschaftet (Stand März 2021).

Die Vorteile des Kulturlandschaftsprogrammes für den Kreis Düren sind eindeutig. So wird hiermit die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz weiter gefördert, die vielfältige auch touristisch attraktive Kulturlandschaft bleibt erhalten und die Sicherung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ist gewährleistet. Für die Landwirtinnen und Landwirte stellen die Programme eine finanzielle Unterstützung durch das Land NRW und die EU und somit einen möglichen Zuerwerb dar. Langfristige Verträge auf freiwilliger Basis (5 Jahre) garantieren Zahlungs- und Planungssicherheit in der Landwirtschaft.

Acker-Vertragsnaturschutz

Um insbesondere den Schutz gefährdeter Feldvogelarten oder begleitender Ackerwildkräuter zu erreichen, wird eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen auf Ackerflächen angeboten und auf Teilen landwirtschaftlichen Flächen umgesetzt. Der Vertragsnaturschutz im Acker hilft somit insbesondere den Feldvögeln wie Feldlerche, Grauammer oder Kiebitz, welche die Äcker als Brut- Nahrungs- und Deckungsräume nutzen.

Gefördert wird u. a.:

  • Anlage von Blüh- und Schutzstreifen
  • Ernteverzicht von Getreide
  • Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung
  • Doppelter Saatreihenabstand

Grünland-Vertragsnaturschutz

Ziel ist der Erhalt traditioneller Wirtschaftsweisen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume wie Magerrasen, Heiden, Streuobstwiesen, Feucht- und Nasswiesen, sowie die Stärkung der traditionellen heimischen Landwirtschaft. Die schutzwürdigen Biotope aus Menschenhand sind unter den heutigen agrarpolitischen Rahmenbedingungen oftmals nur durch spezielle Förderprogramme zu erhalten, da ansonsten die Nutzung entweder aufgegeben oder intensiviert wird und somit die Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vernichtet werden.

Gefördert wird:

  • Naturschonende Bewirtschaftung von Grünland (Wiesen oder Weiden) inkl. Umwandlung von Acker in Extensivgrünland
  • Bewirtschaftung von Sonderbiotopen mit landwirtschaftlicher Nutzung

Streuobstwiesen-Vertragsnaturschutz

Streuobstwiesen findet man im Kreis Düren nicht nur in der freien Landschaft, sondern insbesondere im Nordkreis rund um die Dörfer. Für den Steinkauz, unsere kleinste Eulenart, sind diese Wiesen und Weiden ein wichtiger Lebensraum. Schutz der Obstwiesen heißt zugleich Schutz des Steinkauzes und zahlreicher weiterer Tier- und Pflanzenarten, die auf Streuobstwiesen leben.

Gefördert wird:

  • Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen und -weiden
  • Die extensive Unternutzung von Streuobstbeständen

Zuständigkeiten und Ansprechpersonen:

Biologische Station im Kreis Düren

  • Zuständig für Interessenten und laufende Verträge
  • Fachliche Betreuung und Vertragsvorbereitung

Kreisverwaltung Düren – Untere Naturschutzbehörde

  • Vertragspartner
  • Bewilligungs- und Prüfstelle

Ansprechpersonen in der Biologischen Station Düren:

Grünland und Acker:
René Mause (Dipl. Biol.)
Telefon: 02427 / 9 49 87 - 13
rene.mause_at_biostation-dueren.de

Streuobstwiesen und Acker (Zülpicher Börde):
Alexandra Schieweling (Dipl. Biol.)
Telefon: 02427 / 9 49 87 - 17
alexandra.schieweling_at_biostation-dueren.de

Grünland:
Astrid Uhlisch (Dipl. Biol.)
Telefon: 02427 / 9 49 87 - 16
astrid.uhlisch_at_biostation-dueren.de

Ansprechpartnerin Kreis Düren:

Verena Klöcker
Telefon: 02421 / 22 1066 - 312
v.kloecker_at_kreis-dueren.de

Weitere Informationen:

Landesamt für Naturschutz (LANUV) LANUV Vertragsnaturschutz in NRW

Landwirtschaftskammer LWK Fördermöglichkeiten

Umweltministerium NRW Agrarumweltmaßnahmen MKULNV