Erfassung eines Bibervorkommens

Volkszählung der Biber im Kreis Düren

Nach der Wiederansiedlung im Jahr 1981 hat sich der Biber im Kreis Düren und inzwischen weit darüber hinaus etabliert. Doch wo gibt es Biber, wo (noch) nicht? Wie haben sich die Bestände entwickelt, wie rasch breiten sich die Biber aus, welche Bestandsdichten hat er erreicht?

Die Kenntnis dieser und weiterer Aspekte ist wichtig. Besonders dann, wenn es darum geht, mit Konflikten umzugehen und um einschätzen zu können, ob der Bestand dem von der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (FFH-RL) "günstigen Erhaltungszustand" entspricht. Zu wissen, wo Biber vorkommen ist daher eine wichtige Grundlage für ein Bibermanagement.

Aus diesem Grund führt die Biologische Station im Kreis Düren im Auftrag des Landesamts für Umwelt (LANUV) alle drei bis vier Jahre eine Volkszählung der Biber durch. Da der Kreis 1000de Kilometer Fließgewässer besitzt, ist eine solche Erfassung nur mit Hilfe ehrenamtlich engagierter Menschen möglich. 

Die nächste Volkszählung wird voraussichtlich im Winter 2021/2022 stattfinden. 

Ergebnisse des Biberzensus 2017 / 2018

Dank zahlreicher Personen, die bei der Erfassung geholfen haben, war es 2017/2018 wieder möglich, den gesamten Kreis zu kartieren. Damit liegen nun die Ergebnisse des vierten, alle drei Jahre stattfindenden Biberzenus vor. Allen, die mitgemacht haben, möchten wir nochmals herzlich danken.
Insgesamt hat der Bestand weiter mit einem Zuwachs von ca. 6 % pro Jahr im Kreis Düren zugenommen. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und nach wie vor sind nicht alle Regionen des Kreises von Bibern besiedelt (vgl. Karte unten).

Der Kurzbericht zur Bestandsentwicklung ist hier abgelegt:

Bestandsentwicklung Biber im Kreis Düren 2018

Die Bestandskarte für die Kreise Heinsberg, Düren, Aachen, Erftkreis und Euskirchen mit Stand 2017 ist in der Biberbroschüre abgedruckt.

Bei Interesse wird die Broschüre auch zugesandt, bitte hierfür einen frankierten und adressierten Rückumschlag (A5) einsenden an: Biologische Station im Kreis Düren, Zerkaller Str. 5, 52385 Nideggen.

Verbreitung des Bibers im Kreis Düren im Frühjahr 2018

Bibererfassung: Erläuterungen

An der Bibererfassung können grundsätzlich alle teilnehmen. Vor Beginn der Erfassungen (voraussichtlich im Winter 2021/2022) gibt es eine Einführung in das methodische Vorgehen mit einer Exkursion zu einem Bibervorkommen. Wer teilnehmen möchte, kann sich direkt an die Biologische Station Düren wenden (s. u.). 


Wie viel Aufwand ist der Biberzensus ?

Biberburgen sind in der Eifel bisher eine Seltenheit

Den Aufwand für die Bibererfassung bestimmt jede teilnehmende Person selbst. Er kann von der Erfassung einzelner Biberreviere, Gewässerabschnitte bis hin zur Suche entlang ganzer Fließgewässer reichen.
Auch Einzelbeobachtungen sind von Interesse. Wenn Sie entsprechende Informationen haben, bitten wir um Rückmeldung.


Falls Sie Fragen zum Biberzensus haben, wenden Sie sich an:
Lutz Dalbeck
Lutz.Dalbeck_at_biostation-dueren.de
Tel. 02427-94987-14

Wann findet der nächste Biberzensus statt?

Der Nächste Biberzensus ist im Kreis Düren für den Winter 2020/2021 geplant.


Informationen für Interessierte

Für die Kartierung der Biber stehen an dieser Stelle – mit Ausnahme der Karten – alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung. Allerdings sollten alle, die an der Kartierung teilnehmen möchten, zunächst Kontakt mit der Biologischen Station Düren aufnehmen, da dies für die Koordination wichtig ist.

Die Erfassungsunterlagen entsprechen dem NRW-weiten Standard, können also über den Kreis Düren hinaus Verwendung finden:

Wie funktioniert der Biberzensus ?

Für die Geländearbeit sind notwendig:

  • Klemmbrett
  • Bleistift/Kugelschreiber
  • Karte
  • Gelände-Erfassungsbogen
  • Habitat-Erfassungsbogen
  • Blatt mit den Erläuterungen

Hilfreich, aber nicht notwendig, ist auch ein Fernglas.

Spurensuche

Die Geländeerfassung erfolgt im Winter durch die Suche nach Spuren entlang der Ufer der Gewässer. Die Lage typischer Spuren wird mit einem Punkt in einer Karte vermerkt und daneben eine Nummer geschrieben. In den Geländeerfassungsbogen trägt man dann die Nummer ein und füllt daneben aus, welche Art Spuren man gefunden hat. Dies sind typischerweise:

  • angenagte, gefällte Bäume
  • Aus- bzw. Einstiege an den Ufern
  • frische oder eingebrochene Baue/Röhren
  • Biberdämme

Die Reviererfassungsbögen füllt man zu Hause nach Beendigung der Feldarbeit aus.

Fotos typischer Spuren sind auf dieser Seite unter Biberspuren zu finden.