Leben auf dem Dorf

Dörfer und ihr Umfeld leisten einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität. In den letzten Jahrzehnten führten jedoch Strukturveränderungen zu einer Verarmung der Natur in den Dörfern. Im Rahmen diverser Projekte arbeitet die Biologische Station Düren nun gemeinsam mit den Bürger*innen daran dörfliche Lebensräume wie Wiesen und Gärten, aber auch Gebäude für die charakteristischen dörflichen Tier- und Pflanzenarten zu verbessern.

Seit Jahrzehnten verschwinden dörfliche Lebensräume wie struktur- und artenreiche Gärten, Schwalben-, Spatzen- oder Schleiereulen-Nistplätze, dorf- und naturnahe Wiesen und Weiden. Der Trend zu vielfacher Versiegelung und zu Kies und Schotter im Vorgarten ist nicht nur eine aktuelle Mode.

Die Lebensumstände der Menschen auf dem Dorf haben sich drastisch verändert. Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Alltagsversorgung, Ärzte, Kultur etc. befinden sich zumeist außerhalb der Dörfer. Es bleibt immer weniger Zeit, sich um die dörflichen Belange zu kümmern. Zugleich fehlen das Wissen und die Kenntnisse über traditionelle Praktiken oder von Methoden, die naturnah und wenig arbeitsintensiv sind, um etwas gegen den Verlust der Arten- und Biotopvielfalt in den Dörfern und am Dorfrand zu tun. Der Anteil der Erwachsenen, aber auch der Kinder, die wenig Bezug zu ökologischen Themen und der möglichen Artenvielfalt ihrer Dörfer haben, wächst. Das bedeutet auch Verlust von Lebensqualität innerhalb der Dörfer.

Mit den beiden Projekten "Blühende Dörfer" und "Na-Tür-lich Dorf!" der Biologischen Station Düren ist ein erster Schritt gegen den Verlust von Arten und der Lebensqualität innerhalb der Dörfer verwirklicht. Die Projekte haben das Ziel gemeinsam mit den Bürger*innen wieder mehr ökologische Vielfalt in den Dörfern der Eifel, der Zülpicher Börde und des Rheinischen Reviers zu schaffen. Die Maßnahmen dafür reichen von der Verbesserung der Lebensbedingungen von Gebäudebrütern wie Schwalben, über Einsaaten blütenreicher Beete, Durchführung von Staudentauschbörsen, Anlage von Hochbeeten bis zur Optimierung von Teichen.

Finanziell unterstützt werden diese Projekte aus Mitteln des europäischen Förderprogrammes für ländliche Entwicklung (LEADER) und dem Kreis Düren.